Seit geraumer Zeit geistert der Name Veydra nun schon durch diverse Videoforen und taucht regelmäßig auf Newsportalen zum Thema „Filmen“ auf. Grund genug für uns, mal einen genauen Blick auf die Veydra Mini Primes Objektive zu werfen.

 

Testaufnahmen Veydra Mini Primes mit Sony PXW-FS7

 

 

 

Veydra Mini Primes Videoobjektive – professionelle Optiken zu einem fairen Preis

Diese Objektive gibt es bereits ab 899 Euro mit Sony-E, MFT- oder C-Mount

 

 

Verarbeitung und Haptik der Veydra Mini Primes

 

Das erste, was einem sofort positiv auffällt, wenn man zum ersten Mal ein Veydra-Objektiv in die Hand nimmt, ist die Verarbeitung. Alle Veydra Mini Primes besitzen ein Gehäuse aus Luftfahrtaluminium und wirken extrem robust. Aus nachvollziehbaren Gründen haben wir für unser kleines Review keines auf den Boden geworfen:) Aber man gewinnt den Eindruck, als dass sie das problemlos überleben würden. Außergewöhnlich für Objektive in diesem Preissegment! Durch den konsequenten Einsatz von Aluminium, sind die Objektive jedoch auch schwerer als vergleichbare Alternativen. Auffällig ist auch die kompakte Bauweise der Veydra Mini Primes, da Veydra sich ausschließlich auf spiegellose Mounts beschränkt. Das macht sie ideal für den Einsatz mit Kameras wie einer Sony PXW-FS7, Sony PXW-FS5, Sony Alpha 7s Mark II oder einer Panasonic Lumix GH4, Kameras von Blackmagic Design oder für die Verwendung mit Drohnen und Gimbals. Sehr hilfreich für den schnellen Wechsel von Objektiven beim Einsatz mit Mattebox und Follow-Focus ist, dass die Zahnung für Fokus und Blende sowie die Länge des Objektivs über alle Brennweiten gleich bleibt. Apropos Fokus: hier zeigt sich am deutlichsten, warum Veydra-Objektive speziell und von Grund auf für den Videoeinsatz entwickelt wurden. Die Fokusrotation beträgt stolze 300° und bietet beim Schärfeziehen einen angenehmen Widerstand. Wir haben für unseren Test mit einem Follow Focus und einem externen Monitor gearbeitet, um die Schärfe besser beurteilen zu können. In dieser Kombination sind die Veydra Mini Primes von der Handhabung unschlagbar. Eine so komfortable Bedienung sind wir sonst nur von Markenherstellern wie Schneider und Zeiss gewohnt. Man merkt, dass der Gründer von Veydra sein Handwerk in einer renommierten Optikschmiede in Deutschland gelernt hat.

 

 

Außen „Hui“, innen…. auch „hui“ - Veydra Mini Primes

 

Dass bei einem Objektiv vor allem die inneren Werte zählen, dürfte sich von selbst verstehen. Und auch hier geben sich die Veydras keine Blöße. Dabei klingen die Werte auf dem Papier erst einmal unspektakulär. T2.2 ist nicht gerade eine Kampfansage an andere Hersteller, die mit einer Offenblende von T1.5 oder darunter werben. Mittlerweile dürfte sich aber auch rumgesprochen haben, dass eine Blende von 1.5 bei einem Objektiv unter 1.000 Euro in etwa so scharf ist wie wenn man die Linse mit Olivenöl einstreicht. Bei Blende 2.2 überzeugen die Veydras hingegen mit einer sehr guten Schärfe in der Mitte und einer leichten, kaum bemerkbaren Unschärfe an den Rändern. Abgeblendet auf 5,6 hingegen lassen die Veydra Mini Primes die Muskeln so richtig spielen. Eine vergleichbare Abbildungsleistung findet man sonst nur in einem Preissegment, das für Normalsterbliche unerreichbar ist. Und das bei voller 4K-Auflösung. Negativ aufgefallen ist im Test lediglich ein leichtes „Fokus-Breathing“ beim Schärfeziehen. Das fällt zwar deutlich schwächer aus, als bei manch anderem Wettbewerber, aber ganz weg ist es eben auch nicht. Es muss ja aber auch einen Grund geben, warum etablierte Hersteller einen deutlich höheren Betrag für ihre Objektive aufrufen. Was uns hingegen wieder sehr positiv überrascht hat ist, dass die Veydra Mini Primes mehrfach vergütet sind. Das ist erst einmal nichts außergewöhnliches. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Veydras auch Color-Matched sind. Unterschiedliche Brennweiten haben in der Regel unterschiedliche Farbtöne. Durch ein spezielles Verfahren in der Produktion lassen sich diese Unterschiede ausgleichen. Das spart eine Menge Zeit in der Post und zeigt einmal mehr, dass Veydra sein Versprechen ernst meint, professionelle, echte Videoobjektive für eine breite Zielgruppe zugänglich zu machen.

 

Fazit Veydra Mini Primes:

 

Scheinbar investiert Veydra viel Zeit und Geld in die Entwicklung und weniger ins Marketing. Anders lässt sich nicht erklären, warum diese Objektive bis jetzt noch ein echter Geheimtipp sind. Es gab nur wenig, das uns gestört hat. Klar wäre es schön wenn Veydra das Focus-Breathing in Zukunft komplett abschalten könnte. Und ein wenig Schade finden wir es auch, dass es die Objektive nur für E-Mount, MFT und C-Mount gibt. Zumal die Veydras für Sony E-Mount auf Super35mm und APS-C gerechnet sind. Besitzer einer Sony Alpha 7s Mark II müssen somit in den APS-C Modus ihrer Kamera wechseln, da der Bildkreis den FF-Sensor nicht ausfüllt. Wir hatten die Veydra Mini Primes für den Test an einer Sony PXW-FS7 und können nur sagen: Respekt! Was man hier für sein Geld bekommt ist großes Kino! Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn viele der Features kennt man sonst nur von High-End Optiken aus Film und Fernsehen. Veydra füllt damit eine Lücke und ist eine echte Alternative für alle, die zähneknirschend auf umgebaute Fotooptiken zurückgegriffen haben, da ihnen echte Videoobjektive zu teuer sind. Wir freuen uns schon auf das Veydra Mini Prime 85mm, das noch im März erscheinen soll und sind gespannt, was Veydra zur NAB aus dem Hut zaubert.

 

Mounts:

  • E-Mount
  • C-Mount
  • MFT-Mount 
 

Kompatible Kameras:

  • Sony PXW-FS7
  • Sony PXW-FS5
  • Sony Alpha 7s (Mark II) - nur im APS-C Mode! 
  • Blackmagic Design Cinema Camera (mit MFT-Mount)
  • Blackmagic Design Pocket Cinema Camera
  • Blackmagic Micro Cinema Camera
  • Blackmagic Micro Studio Camera
  • Blackmagic Design Studio Camera
  • Panasonic Lumix GH4 

 

Pro´s Veydra Mini Primes

  • Übertrifft 4K-Auflösung
  • 300° Fokusrotation
  • Dämpfung zum exakten Schärfeziehen
  • Robustes Aluminiumgehäuse
  • Vergütete Linsen (color matched)
  • Seitlich angebrachte, deutlich lesbare Beschriftung
  • Zahnkränze, Filterdurchmesser etc. bei allen Brennweiten gleich
  • Kompakte Bauweise und relativ ähnliches Gewicht – ideal für Drohnen und Gimbals
  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Con´s Veydra Mini Primes

  • Leichtes Focus-Breathing
  • Nur für MFT, Sony E-Mount, C-Mount – Kein Vollformat
  • Aktuell „nur“ 5 bzw. 3 Brennweiten + 85mm Ende März 2016

 

Wo sind die Objektive erhältlich?